Nachlese zur Demo-unsere aktuellen Forderungen
10.12.2023 demo

Trotz des ersten Wintereinbruchs sind am 24.11. rund 80 Personen unserem Aufruf Demo vor dem Rathaus gefolgt. Warum wir auf die Straße gegangen sind, hat unsere Obfrau, Regina Gruber, in ihrer Rede zusammengefasst:

Die Politik kann und soll nun die Zeit für eine Denkpause nutzen, um Grundlagen für eine gute Neu-Planung zu schaffen, bei der es vor Allem um eines gehen muss: um die Stadt Korneuburg heute und in Zukunft – und nicht um die Gewinne von Immobilienentwicklern!

Wir wollen ein redimensioniertes Projekt mit:

  • einer angemessenen Einwohner:innen- und Arbeitsplatz-Anzahl
  • einem Nutzungskonzept für eine grüne, unverbaute Halbinsel und
  • einem für die gesamte Stadt tauglichen Verkehrskonzept

Diese Forderungen sind unabhängig davon, ob oder wie sich die Beziehung der Stadtgemeinde Korneuburg mit Signa weiter entwickelt, wie lang es bis zu einer Klärung dauert, ob ein anderer Investor Interesse am Werftareal hat oder nicht.

Liebe Leute, sehr geehrte Interessierte,

worum geht es heute bei unserer Demonstration?

Es geht um das große Projekt in der Werft, das von Signa und der Stadt Korneuburg geplant wird. Allerdings …

Die Stadt Korneuburg braucht ein Stadtentwicklungs-Projekt

und nicht das projektierte Stadtzerstörungs-Projekt!

Die Stadt braucht ein umwelt- und sozial verträgliches Projekt mit leistbarem Wohnraum und einer grünen, unverbauten Halbinsel

und keine Luxus-Wohnungen für Investoren!

Das aktuell vorgesehene Projekt, das als neuer Stadtteil präsentiert wird, geprägt von globaler Urbanität für urbane Menschen hat nichts mit der Stadt Korneuburg zu tun – es löst auch kein einziges Problem der Stadt Korneuburg, sondern verursacht nur neue!

Wir, der Verein Brennpunkt Werft Korneuburg, wollen eine Alternative dafür herbeiführen, und die heutige Demonstration ist ein weiterer Versuch, auf diese Alternative aufmerksam zu machen, darüber zu informieren,  Unterstützer:innen dafür zu bekommen und Einfluss auf die Politik zu nehmen.

Wir haben im vergangenen Jahr viele Bürger:innen-Meinungen gesammelt und Diskussionen geführt. Und wir haben vor allem eines getan, wir uns „weitergebildet“. In unserer Reihe „Expert:innen-Gespräche“ mit Universitäts-Professor:innen haben zu Themen wie z.B.: Hydrogeologie, Raumplanung, Verkehrsplanung, Umweltschutz, Bürger:innen-Rechte, … viel Werft-Projekt Relevantes gelernt. Im nächsten Jahr geht es damit weiter. Eingeladen sind alle unsere Mitglieder.

Solcherart hat sich unsere Sicht auf das Werft-Projekt geklärt und unser Vorschlag, der bestehende Probleme löst und zusätzliche verhindert, ist entstanden. Dieser lautet, wie zu Beginn erwähnt: ein umwelt- und sozial verträgliches Projekt mit leistbarem Wohnraum und einer grünen, unverbauten Halbinsel.

Die aktuellen Forderungen an die politischen Entscheidungsträger:innen lauten dementsprechend:

  • Die Werft-Halbinsel soll als grüne, unverbaute Halbinsel fixer Bestandteil des Entwicklungsprogramms des Werftareals sein
  • Ein Konzept, wie die Halbinsel in’s (halb)öffentliche Eigentum zu bekommen ist, soll erarbeitet werden
  • Umwidmungen am Werftareal sollen bis auf weiteres nicht geplant werden (vor einem re-dimensioniert bewilligten Projekt auch nicht i.R. des ÖEK)
  • Um die zukünftigen Effekte des gesamten Werft-Areal-Entwicklung zu beurteilen, muss das Planungsgebiet des Rahmenplans aus 2017/18 (also Werft-Areal inklusive „Zirkuswiese“) die Betrachtungs-Grundlage sein. (Dabei sind die Planungen der/des Eigentümer bzw. Projektanten der „Zirkuswiesen“ einzubeziehen.)
  • Eine re-dimensionierte Gesamt-Planung soll
    • mit angemessener Einwohner:innen- und Arbeitsplatz-Anzahl am Festland,
    • einem Nutzungskonzept für die grüne, unverbaute Halbinsel
    • und einem für die gesamte Stadt tauglichen Verkehrskonzept

erstellt werden.

Diese Forderungen sind unabhängig davon, ob oder wie sich die Beziehung der Stadtgemeinde Korneuburg mit Signa weiter entwickelt, wie lang es bis zu einer Klärung dauert, ob ein anderer Investor Interesse am Werftareal hat oder nicht.

Die Politik kann und soll nun die Zeit für eine Denkpause nutzen, um Grundlagen für eine gute Neu-Planung zu schaffen. Wir haben Vorüberlegungen zur Re-Dimensionierung angestellt und stehen für diesbezügliche Ausführungen zur Verfügung.

Bei dieser guten Neu-Planung muss es vor allem um eines gehen: um die Stadt Korneuburg – heute und in Zukunft – und nicht um die Gewinne von Immobilienentwicklern!

Wenn Sie das unterstützen, unterschreiben Sie bitte unsere Petition.

Danke im Voraus und schönen Abend!

Entwicklungs-Projekt Werft Korneuburg – Problemliste

dieses Projekt, das als größtes Stadtentwicklungsprojekt in ganz NÖ beschrieben wird, das von Signa als neuer Stadtteil präsentiert wird, geprägt von globaler Urbanität für urbane Menschen hat nichts mit der Stadt Korneuburg zu tun – es löst auch kein einziges Problem der Stadt Korneuburg, sondern verursacht nur neue

Leitbild und Masterplan Korneuburgs legen eine Entwicklung mit „kleinstädtischem“ Charakter fest – Signa präsentiert und spricht von einem neuen Stadtteil, von moderner Urbanität, von architektonischen Dimensionen wie in Stuttgart, Wien, Hamburg, …

das Areal auf der Werft-Halbinsel ist kein Ort für Wohnbau – es handelt sich um Hochwassergebiet, umgeben von NATURA2000-Areal, die Erschließung für Wohnbau bedeutet höchste ökologische Belastung, Auswirkungen zukünftiger Wetterereignisse sind nicht kalkulierbar, die Halbinsel ist ein einzigartiger Landschaftsraum an der Donau, …

Signa plant Luxus-Wohnungen – für Korneuburger:innen sind diese Wohnungen nicht, sondern eine zahlungskräftige Klientele wird sich hier einkaufen (ob durch Eigentümer:innen oder deren Mieter:innen bewohnt, wird sich weisen)  – die Einwohner:innen-Anzahl der Stadt steigt durch das aktuell geplante Projekt um mindestens 10%

der soziale Konflikt ist vor-programmiert: die Werft, deren Areal urbanisiert wird, ist das zentrale identitätsstiftende Element der Stadt Korneuburg – das Empfinden der Korneuburger:innen ist, dass ihnen die Werft weggenommen und durch die „reichen Käufer:innen oder Zuzügler:innen zerstört wird“ – die Gesellschaft teilt sich

vor etwa 6 Jahren wurden die Korneuburger:innen im Rahmen von Vor-Planungen zur Werftentwicklung befragt – ein klarer Tenor war damals: kein Millionärsghetto, keine Luxus-Wohnungen, kein Stadtviertel für Reiche, …

von den geplanten Umwelt-Eingriffen und -Belastungen (Verkehr, Lärm, Licht, Emissionen, …) sind Korneuburger:innen und Klosterneuburger:innen unmittelbar betroffen

die Stadt Korneuburg steht heute bereits vor einem Verkehrsproblem – verstärkter KFZ-Verkehr entsprechend Signa-Dimensionen ist nicht verkraftbar – eine wesentliche Re-Dimensionierung des Projektes ist erforderlich

hinter der Weiterentwicklung der Partnerschaft zwischen den Projektwerbern (Signa und Stadt Korneuburg) und ihren Verhandlungen, stehen große Fragezeichen

die wirtschaftlichen Risken für die Stadt Korneuburg sind nicht bekannt – vonseiten der Stadt liegen keine Szenarien für eine Wirtschaftlichkeitsrechnung vor

für die aktuelle Planung liegt keine Bewilligung des Landes NÖ vor

Kundmachung im Rahmen der DEMO für eine grüne Werftinsel
Regina Gruber, Obfrau des Vereins „Brennpunkt Werft Korneuburg“

24.11.2023, 2100 Korneuburg, Hauptplatz

Verein „Brennpunkt Werft Korneuburg“ – ZVR-Zahl: 1214193914
korneuburg@brennpunkt-werft.at      Info: http://www.brennpunkt-werft.at,

Veröffentlicht: 10. Dezember 2023

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